Über Süßstoff, Nachbauten und Verantwortung

Über Süßstoff, Nachbauten und Verantwortung

„Ich brauch keinen Zucker, ich kann ja Süßstoff nehmen.“ „Auf Brot/Kuchen/Kekse kann ich nicht verzichten, ich will Low-Carb-Nachbauten.“

Äußerst Du sowas auch? Dann ist dieser Artikel für Dich, denn heute geht es ums Abnehmen – alter Gewohnheiten.

 

Süßstoff ist keine Dauerlösung

Einfach zum kalorien- und kohlenhydratfreien Süßstoff zu greifen, wenn Du Süße vermisst, scheint naheliegend. Deswegen ist es aber längst nicht gut.
Süßstoffe sind umstritten – und das ist höflich ausgedrückt. Im schlimmsten Fall sollen sie Nervengifte im Körper bilden und Krebs verursachen. Auch sollen sie die Körperchemie durcheinander bringen und das Abnehmen erschweren: Der Körper schmeckt Süße und reagiert mit einer Insulinausschüttung. Und das wir das nicht wollen, haben wir ja bereits gelernt.

 

Über Süßstoff, Nachbauten und Verantwortung

 

 

Chemische Süßstoffe wiedersprechen zudem dem Ansatz von LCHF, sich möglichst natürlich zu ernähren. Ich muss zugeben, dass es mir auch nicht leicht fällt, sie gänzlich aus meinem Alltag zu verbannen, und richtig schlau wurde ich aus all den sich widersprechenden Aussagen und Studien zur Gefährlichkeit von Süßstoff auch nicht. Aber: Ich halte es nicht für abwegig, dass Süßstoff, gerade regelmäßig und in größeren Mengen eingenommen, nicht gut für Dich ist. Nachdem ich jetzt seit fast drei Monaten LCHF mache und seitdem auch nur noch Wasser trinke, kann ich mir nicht vorstellen, mit Genuss Light-Limonade (mehr als ein Glas alle zwei Wochen oder so) zu trinken.

Mein Rat: Beobachte Dich selbst. Stockt Deine Abnahme, wenn Du Süßstoff isst? Oder hast Du sonstige gesundheitliche Beschwerden? Dann verbann das Zeug aus Deiner Küche. Oder reduziere es Schritt für Schritt, wenn das besser für Dich klappt – ich mache das genauso.

Macht Dir Süßstoff nichts aus? Du bist erwachsen und trägst selbst die Verantwortung für Deinen Körper. Entscheide selbst, ob und wieviel Süßstoff Du zu Dir nehmen willst.

 

Das Problem mit Nachbauten

Unter Nachbauten versteht man die LCHF-taugliche Version beliebter, kohlenhydratreicher Lebensmittel. Zum Beispiel Eiweißbrot, Kuchen aus Mandelmehl oder Desserts mit Süßstoff.

Sudda hat auf ihrem Blog einige sehr treffende Worte dazu verloren, warum Nachbauten für viele von uns heikel sein können. Sie machen diese Lebensmittel, auf die wir verzichten lernen wollen, so wertvoll, dass man sich Nachbaurezepte ausdenkt, um auf sie nicht verzichten zu müssen. Und sie behalten ihre Belohnungsfunktion. Du weisst schon, dass wir von Kindesbeinen an Süßes mit Belohnung oder Trost verbinden.

Kann funktionieren – muss es aber nicht. LCHF soll keine Diät sein, mit der Du in kurzer Zeit furchtbar viel abnimmst, um Dich hinterher wieder wie vorher zu ernähren. Denn dann könntest Du schnell wieder Dein altes Gewicht und mehr willkommen heißen. LCHF soll Dich zu einem Umdenken und Ändern Deiner Lebens- und Ernährungsweise bringen. Und das bedeutet: Alternativen zu Kohlenhydraten finden, keine Imitate.

Ich selbst greife gern abends zu aufgeschlagener Sahne mit etwas Backkakao. Aber es ist eine Gratwanderung: Hilft es mir, gelegentliche Lust auf Schokolade im Griff zu behalten, oder ist es dafür verantwortlich, dass ich diese Lust überhaupt noch habe? Ich weiss es noch nicht.

 

Du siehst, ich kann und werde Dir hier keine allgemeingültige und einfache Lösung liefern. Aber ich kann und will Deinen Blick und Deine Aufmerksamkeit dafür schärfen, dass Dir verschiedene Stellschrauben zur Verfügung stehen. Diese Stellschrauben können Dir Deine Abnahme und das Durchhalten erleichtern oder erschweren. Auch hier wieder der Punkt: Du hast es in der Hand! Beobachte Dich selbst gründlich. Führe ein Ernährungstagebuch, verfolge Deine Abnahme und Deine Gelüste. Nur Du selbst kann entscheiden, ob Süßstoffe und Nachbauten Dir helfen oder Dich behindern.

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